St. Leon-Rot verteidigt European Ladies’ Club Trophy

Golf Club Würzburg Präsident Bernhard May war Anfang Oktober 2026 offizieller Vertreter des Deutschen Golf Verbandes bei der European Ladies’ Club Trophy im Hamburger Golf-Club Falkenstein. Mit Golf auf Weltklasseniveau, einem großartigen Gastgeber und drei sehr jungen Siegerinnen war es ein besonderes Wochenende für den deutschen Golfsport.

Lesen Sie hier seinen Bericht über dieses herausragende Golfturnier:

Die European Ladies’ Club Trophy ist der Europapokal der Landesmeisterinnen. Seit 2001 bringt die European Golf Association (EGA) dabei jedes Jahr die nationalen Meistermannschaften ihrer Mitgliedsländer zusammen. In diesem Jahr spielten 19 Clubs aus ganz Europa in Hamburg um den Titel. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs waren gleich drei deutsche Mannschaften dabei: Titelverteidiger GC St. Leon-Rot, der Deutsche Mannschaftsmeister G&LC Berlin-Wannsee und Gastgeber Hamburger GC.

Eine Bühne mit Geschichte

Der Austragungsort hätte kaum passender sein können. Der Hamburger Golf-Club feiert 2026 sein 120-jähriges Bestehen. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des DGV und stellte 1907 mit Johann Vincent Wentzel dessen ersten Präsidenten. Den Meisterschaftsplatz an der Elbe haben Harry S. Colt, Charles Alison und John Morrison entworfen. Er zählt bis heute zu den schönsten Plätzen Deutschlands. Das Team um Head-Greenkeeper Gareth Bremner hatte ihn in hervorragendem Zustand übergeben, und das spätsommerliche Licht über der Heidelandschaft tat sein Übriges.

Ein Finale bis zur letzten Bahn

Sportlich wurde es ein echter Krimi. Gespielt wurden drei Zählspielrunden, in die pro Tag jeweils die beiden besten von drei Ergebnissen eines Teams eingingen. Vor der Finalrunde lagen St. Leon-Rot und der französische Meister Golf de St. Cloud schlaggleich in Führung. Am Finaltag zog der dänische Club Smørum GK auf Bahn 12 noch einmal mit dem Titelverteidiger gleich. Danach zeigten die Kurpfälzerinnen aber ihre ganze Klasse: Yoo Jin Bae spielte auf der 16 und 17 zwei Birdies in Folge, und auch Yoo Na Bae und Helena Baraka holten am Par 5 der 17 jeweils einen Schlag.

Am Ende gewann St. Leon-Rot mit gesamt 423 Schlägen (‑3) und vier Schlägen Vorsprung vor St. Cloud (+1) und Smørum (+2). Es war die einzige Mannschaft des Turniers, die unter Par blieb. Das Bemerkenswerteste daran ist das Alter der Siegerinnen: Mit 16, 16 und 15 Jahren stellten sie die mit Abstand jüngste Mannschaft im Feld. Yoo Jin Bae gewann außerdem mit 211 Schlägen (‑2) die Einzelwertung. Für St. Leon-Rot ist es der siebte Titel bei diesem Wettbewerb.

Auch die beiden anderen deutschen Teams verdienen Anerkennung. Der Hamburger GC wurde von einer „roten Wand“ an Mitgliedern über den Platz getragen und verbesserte sich am Schlusstag noch auf Rang vier (+6). Leonie Breutigam, die gerade erst Deutsche Meisterin geworden war, wurde mit ‑1 Zweite der Einzelwertung. Der G&LC Berlin-Wannsee musste auf Catharina Lohoff verzichten und belegte mit nur zwei Spielerinnen einen respektablen neunten Platz.

Grußworte bei der Siegerehrung

Zur Siegerehrung zogen in der Abenddämmerung alle 19 Mannschaften ein. Gemeinsam mit EGA-Präsident Joaquín Castillo durfte ich die Spielerinnen, Captains, Clubs und Gäste begrüßen. Im Namen des DGV habe ich der EGA für ihr Vertrauen gedankt, diese Meisterschaft in Deutschland auszutragen. Mein besonderer Dank ging an den Hamburger Golf-Club: an Clubvorstand Ulf Holländer und sein Team, an das Greenkeeping, die Referees und die vielen Volunteers, die als Starter und Vorcaddies an allen drei Tagen im Einsatz waren. Ebenso galt mein Dank den Spielerinnen und Captains selbst. Wer es bis zu diesem europäischen Finale schafft, hat bereits Großes geleistet. In diesen Tagen haben sie gezeigt, was internationales Mannschaftsgolf ausmacht.

Was wir aus Falkenstein mitnehmen

Für mich persönlich war dieses Wochenende in zweifacher Hinsicht bewegend. Zum einen hat der Hamburger GC eindrucksvoll gezeigt, was ein Club leisten kann, wenn Mitglieder, Mitarbeitende und Mannschaften an einem Strang ziehen. Mehr Werbung für den Golfsport in Deutschland kann man in Europa kaum machen. Zum anderen machen drei Teenagerinnen, die unter Druck an der Spitze Europas bestehen, deutlich, wie gut die Nachwuchsarbeit in unseren Clubs heute ist.

Das ist auch für uns in Würzburg ein Ansporn. Unsere Damenmannschaft ist gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegen, und Falkenstein zeigt, wohin der Weg im Mannschaftsgolf führen kann: Talente früh fördern, als Club gemeinsam hinter den eigenen Teams stehen und Leistungssport als Teil der Clubkultur verstehen.

Herzlichen Glückwunsch an den GC St. Leon-Rot und herzlichen Dank an den Hamburger Golf-Club für ein unvergessliches Turnier!

Fotos: DGV / stebl