Wie lassen sich Freiräume für die Weiterentwicklung schaffen, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer des Herbstworkshops 2026 der Leading Golf Clubs of Germany, der am 14. und 15. Oktober stattfand. Insgesamt 80 Teilnehmer aus 36 Leading Golf Clubs nutzten die Veranstaltung, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam konkrete Ideen für die Zukunft ihrer Anlagen zu entwickeln.

Den passenden Rahmen für die zwei intensive Workshop-Tage bot dabei der Golfclub München-Eichenried. Bereits am Dienstag stand eine gemeinsame Golfrunde am Nachmittag auf dem Programm, bevor der Abend bei einem geselligen Beisammensein ausklang und erste Gelegenheiten zum persönlichen Austausch bot.

Der offizielle Auftakt am Mittwoch stand unter dem Leitthema „Freiräume schaffen“. Nach der Begrüßung durch LGCG-Präsident Bernhard May rückte zunächst die Weiterentwicklung von Leading:AI in den Mittelpunkt. Dr. Daniel Neuß, Leiter des Leading Service Centers, gab einen ausführlichen Einblick in den Status quo der Initiative nach einem Jahr und diskutierte mit den Teilnehmern die nächsten Schritte. Dabei stand wieder die Frage im Raum, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll in den Cluballtag integriert werden kann, um Arbeitsabläufe zu unterstützen und neue Freiräume für die Mitarbeiter zu schaffen.

Im Anschluss bot der Betriebsvergleich ein wichtiges Fundament für die weitere Entwicklung der Anlagen. Die Präsentation der Ergebnisse und der gemeinsame Blick auf mögliche Optimierungen verdeutlichten die Bedeutung eines fundierten Benchmarkings für die kontinuierliche Qualitätsentwicklung.

Ein weiteres zentrales Thema war die Positionierung im Wettbewerb. Im gemeinsamen Austausch beschäftigten sich die Teilnehmer mit Billiganbietern, Rabattaktionen und Greenfeeangeboten. Ziel war es, Perspektiven für einen abgestimmten Umgang damit zu erarbeiten und die Besonderheiten der Leading Golf Clubs im Markt klar herauszustellen. Gerade im Premiumsegment ist es wichtig, Qualität und ein überzeugendes Leistungserlebnis nachhaltig zu vermitteln, ohne die eigene Positionierung durch kurzfristige Preisaktionen zu verwässern.

Am Nachmittag wurde die aktive Mitarbeit in kleineren Gruppen fortgesetzt. In parallel organisierten Breakout-Sessions widmeten sich die Teilnehmer den Themen „Operative Exzellenz in Golfanlagen“ und „Leading 2027“. Durch die Rotation zwischen den Arbeitsgruppen konnten unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und neue Impulse für die Weiterentwicklung der Gemeinschaft gesammelt werden.

Der erste Workshoptag endete mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse durch Bernhard May und einem Get-together mit Abendessen. Auch hier stand ein intensives Networking unter den Verantwortlichen der Leading Golf Clubs im Mittelpunkt.

Der Donnerstag begann mit einem Blick über den Tellerrand des Golfsports. Anthony Shaw, Vice President Training & Quality der Kempinski Hotels, zeigte in seinem Beitrag „Vom Abschlag bis zum Clubhaus“, wie Exzellenz an jedem Kontaktpunkt durch klare Standards und eine strukturierte Einarbeitung der Mitarbeiter unterstützt werden kann.

Wie sich diese Ansprüche in konkrete Abläufe übersetzen lassen, erarbeiteten die Teilnehmer anschließend in einer praxisorientierten Werkstatt. Gemeinsam mit Holger Schroth, General Manager des Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München, und Nathalie Hoare, Director of Quality des Hauses, entwickelte Anthony Shaw mit ihnen SOPs (Standard Operating Procedures). Ziel war es, aus einer übergeordneten Servicevision verbindliche Standards abzuleiten, die sich im betrieblichen Alltag umsetzen lassen.

Die Übertragung dieser Erfahrungen aus der internationalen Spitzenhotellerie auf den Golfbetrieb bot zahlreiche Anknüpfungspunkte: Denn ein überzeugendes Cluberlebnis entsteht nicht allein durch die Qualität der Golfanlage, sondern durch das Zusammenspiel aller Berührungspunkte. Klare Abläufe und eine konsequente Einarbeitung können dabei helfen, die angestrebte Qualität dauerhaft erlebbar zu machen.
Im abschließenden Workshop-Teil ging es darum erste Umsetzungsschritte für den eigenen Club zu definieren. An vier Thementischen diskutierten die Teilnehmer, wie sich Mitglieder gewinnen und langfristig binden, Greenfeespieler ansprechen und halten sowie neue Mitarbeiter strukturiert einarbeiten lassen.

Der Herbstworkshop 2026 zeigte erneut, wie wertvoll der direkte Austausch innerhalb der LGCG ist. Die Kombination aus strategischen Fragestellungen, praxisnahen Arbeitsgruppen und Erkenntnissen aus anderen Branchen eröffnete neue Perspektiven auf die Herausforderungen des modernen Golfbetriebs. Die Qualitätssteigerung bleibt eine gemeinsame Aufgabe, die klare Prozesse, kontinuierliche Arbeit und den offenen Austausch von Erfahrungen erfordert.

Ein herzlicher Dank gilt Wolfgang Michel und dem gesamten Team des Golfclub München-Eichenried für die Gastfreundschaft sowie allen Referenten und Teilnehmern, die mit ihren Beiträgen und Ideen zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.