Die Damenmannschaft des Golf Club Würzburg hat am Sonntag einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg in die 2. Bundesliga gemacht. Mit dem Sieg am dritten Spieltag der DGL-Regionalliga im Thüringer Golf Club feierte das Team den dritten Erfolg im dritten Saisonspiel und baute seine Tabellenführung weiter aus.
Schon zu Beginn war klar, dass die Bedingungen eine große Herausforderung werden würden. Der starke Wind, der bereits die Proberunde geprägt hatte, blieb den gesamten Spieltag über erhalten. Bei konstanten Windgeschwindigkeiten von rund 25 km/h und Böen von bis zu 60 km/h war auf einem Platz mit großen ondulierten Grüns, dichtem Rough direkt neben den Fairways und mehreren Bahnen entlang eines Hanges vor allem eines gefragt: den Ball im Spiel halten und große Fehler vermeiden.
Genau das zeigte sich auch in den Einzeln am Vormittag. Nach neun Löchern lag Würzburg zwar noch auf dem letzten Platz, doch die Ergebnisse aller Mannschaften schwankten deutlich und es war früh erkennbar, dass Geduld und Konstanz an diesem Tag belohnt werden würden.
Erstmals seit sieben Jahren musste die Mannschaft dabei auf Theresa de Bochdanovits verzichten, die parallel auf der LET Access Series in Tschechien antrat. Zudem stand Catharina Dresler aus persönlichen Gründen nicht zur Verfügung. Dadurch ergaben sich Chancen für andere Spielerinnen im Kader. Anne Kauffmann war als Ersatzspielerin mitgereist, während Matilda Schwarz ihren ersten Einsatz der Saison in den Einzeln erhielt.
Matilda gehört ebenso wie Emma Stock, Laura Lößlein und Minyeong Han – die in Thüringen erstmals in dieser Saison auch in den Vierern zum Einsatz kam – zu den Spielerinnen, die ihre golfsportliche Ausbildung in der Jugendabteilung des Golf Club Würzburg durchlaufen haben. Dass vier der neun Spielerinnen im Aufgebot direkt aus der eigenen Jugend stammen, unterstreicht die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Clubs.
Mit zunehmender Spieldauer arbeitete sich Würzburg immer weiter nach vorne. Trotz einiger unvermeidbarer Doppel- und Triple-Bogeys gelang es dem Team, die schwierigen Bedingungen besser zu meistern als die Konkurrenz. Nach und nach übernahm Würzburg die Führung vor Rheintal, den Gastgeberinnen aus Thüringen, Herzogenaurach und Lauterhofen.
Solide Runden von Emma Kanzler (+8), Luisa Deutzmann (+10), Matilda Schwarz (+11), Emma Stock (+12) und Laura Lößlein (+13) sorgten dafür, dass Würzburg mit einem knappen Vorsprung von nur einem Schlag in die Vierer am Nachmittag ging.
Dort setzte das erste Würzburger Duo sofort ein Ausrufezeichen. Emma Stock und Laura Lößlein, die bereits vor rund zehn Jahren als Jugendspielerinnen gemeinsam Vierer gespielt hatten, fanden schnell ihren Rhythmus wieder. Mit einem Ergebnis von +5 und zwei Birdies spielten sie den besten Vierer des gesamten Tages.
Dahinter bildeten Emma Kanzler und Minyeong Han eine neue Paarung. Für Minyeong hatte das Wochenende dabei alles andere als ideal begonnen: Beim Verladen der Golftaschen in den Mannschaftsbus am Samstagmorgen brach der Schaft ihres Drivers. Dank der Unterstützung von Jannik Heise (Director of Golf im Golf Club Würzburg), Stephen Thomas (PGA Germany, Golf Club Kitzingen) und Michael Köpke von Surf-In in Schweinfurt konnte jedoch rechtzeitig ein identischer Schaft organisiert und eingebaut werden.
Das dritte Würzburger Duo bestand aus Charlotte Zillig und Luisa Deutzmann. Über weite Strecken des Nachmittags hielt Würzburg einen Vorsprung von vier bis sechs Schlägen auf die Verfolgerinnen aus Rheintal. Doch mit jedem eingehenden Ergebnis stieg die Spannung. Rheintal brachte früh eine Runde von +9 ins Clubhaus und hatte gleichzeitig noch eine weitere starke Paarung auf dem Platz.
Golf Club Würzburg PGA Professional und Tageskapitän Trevor Pearman pendelte zwischen den beiden letzten Würzburger Gruppen hin und her. Es war offensichtlich, dass die Mannschaft entweder selbst die Schlusslöcher konzentriert zu Ende spielen oder auf einen Fehler der Konkurrenz hoffen musste.
Am Ende kam beides zusammen.
Die 17. Bahn des Thüringer Golf Clubs gilt als die schwerste Bahn des Platzes – und sie wurde ihrem Ruf gerecht. Ein Abschlag bergauf auf ein schmales Fairway mit Wald auf der linken Seite und tiefem Rough auf der rechten Seite verlangt höchste Präzision. Danach folgt ein Annäherungsschlag von mindestens 160 Metern auf ein schmales, gut verteidigtes Grün. Die Bahn produzierte am Nachmittag mehr Doppel-Bogeys als Pars.
Nachdem Rheintal seinen Ball ins Rough geschlagen hatte und einen Strafschlag in Kauf nehmen musste, stand dort am Ende ein kostspieliges Doppel-Bogey auf der Karte. Die Runde wurde mit +9 beendet.
Gleichzeitig sorgten Charlotte Zillig und Luisa Deutzmann auf den Schlusslöchern für einen der Höhepunkte des Tages. Nach einem aus ihrer Sicht „unnötigen“ Doppel-Bogey an Bahn 15 schlug Charlotte auf dem 423 Meter langen Par 5 der 16. Bahn einen der besten Drives des Tages. Dadurch blieb Luisa nur noch ein Schlag von rund 130 Metern ins Grün.
Der Ball landete etwa sieben Meter von der Fahne entfernt. Charlotte verwandelte den schwierigen Putt mit deutlichem Break zum Eagle – dem einzigen Eagle des gesamten Spieltags.
Dieser Schlag sollte sich letztlich als entscheidend erweisen. Charlotte und Luisa beendeten ihre Runde mit +12 und sicherten damit einen Vorsprung von zwei Schlägen für Würzburg. Tatsächlich war die Entscheidung allerdings bereits wenige Minuten zuvor gefallen, als Emma Kanzler und Minyeong Han ihre Runde mit +13 sicher ins Clubhaus brachten und damit zumindest einen Vorsprung von einem Schlag garantierten.
Das erklärte Ziel vor der Reise nach Thüringen war gewesen, mindestens den zweiten Platz zu erreichen und damit die Kontrolle über das Aufstiegsrennen zu behalten. Stattdessen trat die Mannschaft mit der maximalen Ausbeute von fünf Punkten die Heimreise an.
Nach drei von fünf Spieltagen führt der Golf Club Würzburg die Tabelle nun mit 15 Punkten an. Dahinter folgen Rheintal mit 12 Punkten, der Thüringer Golf Club mit 8 Punkten, Herzogenaurach mit 7 Punkten und Lauterhofen mit 3 Punkten. Noch sind zwei Spieltage zu absolvieren, doch mit dem dritten Sieg im dritten Spiel hat Würzburg seine Ausgangsposition im Kampf um den Aufstieg weiter verbessert und hält das Schicksal weiterhin in den eigenen Händen.












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