Ein Golfplatz ist ein Stück Landschaft, kein Bewässerungsprojekt. Unser Clubmitglied und Fotograf Thomas Berberich hat festgehalten, wie schön unser Platz gerade dann ist, wenn der Sommer ihm sein typisches Grün nimmt. Ein guter Anlass, über Wasser, Verantwortung und Spielqualität zu sprechen.
Es sind Bilder, die man zweimal ansieht. Auf den ersten Blick zeigen die Aufnahmen von Thomas Berberich einen Golfplatz im Hochsommer: helle Fairwaybänder, die sich durch das Gelände ziehen, tiefgrüne Grüns als Kontrastpunkte, dazwischen die Struktur unseres Geländes, die im satten Frühjahrsgrün oft untergeht. Das warme Gold der trockenen Gräser trifft auf tiefe Grüntöne – ein Farbspiel, das ebenso einzigartig ist wie jeder einzelne Tag auf dem Platz.
Auf den zweiten Blick zeigen die Bilder etwas anderes: einen Platz, dem man ansieht, dass er zu einer Landschaft gehört. Sonne, Regen, Wind und Trockenheit erzählen hier auf jedem Quadratmeter ihre eigene Geschichte. Ein Golfplatz, der im Sommer nicht mehr durchgehend grün ist, ist kein vernachlässigter Golfplatz. Er ist ein Golfplatz, der mit einer knappen Ressource verantwortungsvoll umgeht.
Braun ist keine Mangelerscheinung
Wer sich mit dem Thema befasst, kommt an Petra Himmel und ihrer Plattform Golf Sustainable nicht vorbei. Die Journalistin und Nachhaltigkeitsexpertin begleitet das Thema Wasser im Golfsport seit Jahren – und ihre Recherchen räumen mit einem hartnäckigen Missverständnis auf: Die Vorstellung, ein guter Golfplatz müsse von Tee zu Grün tiefgrün und saftig sein, ist kein Qualitätsmaßstab, sondern eine Gewohnheit. Werner Müller, Vorsitzender des Baden-Württembergischen Greenkeeper-Verbandes, bringt es dort auf den Punkt:
„Der Golfer muss erkennen, dass ein Braunton beim Gras keine Mangelerscheinung ist.“
Petra Himmel weist zugleich darauf hin, dass es die eine Lösung für alle Golfanlagen nicht gibt – so wenig, wie es das eine Klima für alle gibt. Der eine Platz verfärbt sich im Sommer, der andere nicht; das hängt von Boden, Lage, Niederschlag und Wasserrechten ab. An diesen äußeren Umständen lässt sich wenig ändern. Ändern lässt sich der Umgang damit – bei den Verantwortlichen wie bei den Spielerinnen und Spielern.
Der Rahmen verändert sich – schneller, als viele denken
Das ist keine ästhetische Debatte, sondern eine handfeste. Seit der Verabschiedung der Nationalen Wasserstrategie des Bundes im März 2023 gibt es erstmals einen bundesweiten Rahmen dafür, wer künftig wie viel und welches Wasser nutzen darf. Golfanlagen sind davon nicht ausgenommen. Golf Sustainable dokumentiert eine ganze Reihe von Fällen: Entnahmemengen, die an den Pegelstand eines Flusses gekoppelt werden; auslaufende Entnahmegenehmigungen; Gebühren, die sich vervielfachen. Gemeinsam ist diesen Änderungen vor allem eines – sie kommen oft schnell, und man muss mit ihnen umgehen.
Hinzu kommt eine schlichte Verhältnismäßigkeit: Die Wassermengen, die nötig wären, um einen Golfplatz auch in langen Hitze- und Dürreperioden überall dauerhaft sattgrün erscheinen zu lassen, stehen in keinem vertretbaren Verhältnis zum Ergebnis – und wären mit einem nachhaltigen Umgang mit dieser Ressource nicht vereinbar.
Intelligentes Wassermanagement heißt: priorisieren
Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser bedeutet nicht, weniger zu tun. Er bedeutet, gezielter zu tun. Golfplatzdesigner Thomas Himmel beschreibt Wassermanagement auf Golf Sustainable als eine Art Puzzlespiel: Beregnungstechnik, Drainage- und Sammelsysteme, Speicherteiche, Rasensorten und Schnittpläne müssen zu einem Gesamtkonzept zusammenfinden. Dazu gehören unter anderem:
- die Reduzierung der intensiv gepflegten Flächen – nicht jeder Quadratmeter muss Wasser bekommen;
- die Einzelsteuerung von Regnern statt flächiger Beregnung, damit Wasser dort ankommt, wo es gebraucht wird;
- trockenheitstolerante Gräser und angepasste Schnitthöhen, die Verdunstung reduzieren und die Wurzelbildung fördern;
- eine klare Priorisierung: Grüns und Abschläge zuerst, Fairways nach Verfügbarkeit.
Genau diese Priorisierung sehen Sie derzeit auf unserem Platz. Die Grüns bleiben in Wettspielqualität, die Fairways nehmen die Farbe des Sommers an, weisen aber keine größeren Kahlstellen oder sonstigen qualitativen Unzulänglichkeiten auf. Das ist kein Notbehelf, sondern eine bewusste Entscheidung unseres Greenkeeping Teams im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Wasserkapazitäten.
Fest und schnell – der Gewinn für das Spiel
Und die gute Nachricht für alle, die Golf vor allem als Spiel begreifen: Ein trockener Platz ist häufig der bessere Platz. Feste, schnelle Fairways geben Rollweite zurück, belohnen Ballkontrolle statt reiner Länge und eröffnen das flache, laufende Spiel ins Grün – jenes Golf also, das auf den Linksplätzen Schottlands seit Jahrhunderten gespielt wird und dort als Idealzustand gilt, nicht als Kompromiss. Wer im Sommer bei uns spielt, spielt eine andere, oft anspruchsvollere und taktisch reichere Variante unseres Platzes.
Eine Bitte – und ein Dank
Wir bitten Sie deshalb um etwas, das leichter fällt, wenn man den Zusammenhang kennt: Betrachten Sie helle Fairways nicht als Makel, sondern als Ausweis eines Clubs, der vorausschaut. Uns ist wichtig, unseren Platz so zu zeigen, wie er gerade ist – nicht verstecken, nicht beschönigen. Der Golf Club Würzburg wird auch künftig in Qualität investieren. Aber Qualität misst sich am Spiel und an der Verantwortung für die Ressourcen dieser Landschaft, nicht an einer Farbe.
Unser besonderer Dank gilt Thomas Berberich, der uns diese Aufnahmen zur Verfügung stellt. Seine Bilder zeigen, was Worte nur behaupten können: dass ein Golfplatz auch dann schön ist – und vielleicht gerade dann –, wenn er ehrlich zeigt, in welchem Sommer er steht. Zu jeder Jahreszeit erzählt er eine andere Geschichte: mal frisch und leuchtend, mal golden und still, aber immer einzigartig.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Betrachten dieser besonderen Bilder – und eine gute Runde auf einem Platz, der zeigt, was er ist.
Bernhard May
Präsident Golf Club Würzburg


















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