Mit einem hart erkämpften zweiten Platz beim vierten Spieltag der DGL-Regionalliga im Golf Club Rheintal hat die Damenmannschaft des Golf Club Würzburg einen weiteren großen Schritt in Richtung Aufstieg in die 2. Bundesliga gemacht. Unter extremen Bedingungen mit Temperaturen von deutlich über 40 Grad gelang es dem Team, das ausgegebene Tagesziel zu erreichen und die Tabellenführung erfolgreich zu verteidigen.

Die Voraussetzungen hätten kaum schwieriger sein können. Gleich vier Stammspielerinnen fehlten aufgrund langfristig geplanter persönlicher Verpflichtungen. Dennoch reiste die Mannschaft mit dem klaren Ziel nach Rheintal, den zweiten Platz zu sichern und sich damit eine hervorragende Ausgangsposition für den letzten Spieltag zu verschaffen.

Um die Ausfälle aufzufangen, wurden erneut Matilda Schwarz sowie erstmals in dieser Saison Emilia Holl aus der erfolgreichen Würzburger Jugendmannschaft in den Kader berufen. Komplettiert wurde das Aufgebot durch Teresa Eckert, die ihre erste Nominierung für einen DGL-Spieltagskader feiern durfte. Auch Anne Kauffmann, die beim vergangenen Spieltag bereits zum Kader gehörte, nun aber erstmals tatsächlich zum Einsatz kam, sammelte ihre ersten Erfahrungen in der Deutschen Golf Liga – Erfahrungen, die sich am Ende als entscheidend erweisen sollten.

Bereits während der Einspielrunde am Samstag zeigte sich, welche Herausforderung der Platz darstellen würde. Die anhaltende Hitze hatte die Fairways extrem austrocknen lassen, sodass die Bälle nach der Landung oft noch viele Meter weiterrollten. Gleichzeitig blieben die Grüns überraschend weich und aufnahmefähig. Die Spielerinnen mussten ihre Strategie ständig anpassen und vor allem im kurzen Spiel höchste Präzision zeigen.
Aufgrund der vorhergesagten Temperaturen wurden die Mannschaftskapitäne bereits vor dem Spieltag von der Spielleitung gefragt, ob auf die traditionellen Vierer am Nachmittag verzichtet werden könne. Alle Mannschaften stimmten diesem Vorschlag zu, sodass der Spieltag ausschließlich über die sechs Einzel entschieden wurde. Für die Würzburgerinnen bedeutete dies den Verzicht auf einen Mannschaftsteil, der in dieser Saison bislang zu ihren größten Stärken gezählt hatte.

Unter diesen Bedingungen kam auch den Caddies eine noch wichtigere Rolle zu als sonst. Neben der Unterstützung bei Strategie und Schlägerwahl sorgten sie dafür, dass die Spielerinnen regelmäßig tranken, Schatten suchten und ihre Konzentration über die gesamte Runde aufrechterhalten konnten.

Den Grundstein für den späteren Erfolg legten jedoch Emma Kanzler und Laura Lößlein. Mit starken Runden von 78 (+6) beziehungsweise 80 (+8) lieferten sie die beiden besten Würzburger Ergebnisse des Tages und hielten die Mannschaft trotz der schwierigen Bedingungen von Beginn an im Rennen um den zweiten Platz.
Ein besonderes Ausrufezeichen setzte Emilia Holl bei ihrem ersten DGL-Einzel für die Damenmannschaft. Die Nachwuchsspielerin spielte die zweiten neun Löcher in Even Par und bewies eindrucksvoll, dass sie auch auf Regionalliga-Niveau ihr großes Potenzial abrufen kann.

Auch Anne Kauffmann zeigte bei ihrem ersten DGL-Einsatz große Nervenstärke. Nach einer anspruchsvollen Runde spielte sie die letzten vier Bahnen in Even Par und brachte sich damit in die Position, am 18. Loch eine entscheidende Rolle im Kampf um den zweiten Platz zu spielen.

Großen Anteil am Erfolg hatte erneut PGA Professional Julien Froidenfond. Gerade an einem Spieltag mit ausschließlich Einzeln und unter außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen war seine Erfahrung auf dem Platz von unschätzbarem Wert. Immer wieder gelang es ihm, die Spielerinnen in den entscheidenden Momenten zu beruhigen, strategisch die richtigen Entscheidungen zu treffen und den Fokus bis zum letzten Putt hochzuhalten.

Bereits einige Tage vor dem Spieltag hatte Golfclub Lauterhofen die übrigen Mannschaften darüber informiert, dass das Team in Rheintal nicht antreten würde. Somit gingen lediglich vier Mannschaften an den Start.
Für ein dramatisches Finale war dennoch gesorgt.

Als sich die letzten drei Flights auf den Back Nine befanden, versammelten sich die Würzburger Spielerinnen und die mitgereisten Unterstützer rund um das 18. Grün. Zu diesem Zeitpunkt lag Würzburg auf Rang drei – zwei Schläge hinter Thüringen und mit deutlichem Abstand hinter dem späteren Tagessieger Rheintal, der seinen Heimvorteil eindrucksvoll nutzen konnte.

Zunächst erreichte Emilia Holl das Schlussloch. Nachdem ihr Annäherungsschlag etwas zu kurz geblieben war, spielte sie einen hervorragenden Chip bis auf rund eineinhalb Meter an die Fahne und verwandelte den Par-Putt souverän.

Wenig später kam Anne Kauffmann auf die 18. Gemeinsam mit Julien Froidenfond wurden die möglichen Konstellationen durchgerechnet. Klar war: Würzburg benötigte gegenüber Thüringen noch einen Schlaggewinn. Nach einem etwas zu kurzen Schlag ins Grün blieb Anne ein rund fünf Meter langer, stark von links nach rechts fallender Putt zum Par.

Zeitgleich kämpfte ihre direkte Konkurrentin aus Thüringen im Bunker am 18. Grün und musste schließlich einen rund einen Meter langen Putt zum Doppelbogey spielen. Damit war die Ausgangslage plötzlich klar: Sollte Anne ihren Par-Putt lochen und der letzten Thüringer Spielerin kein Birdie mehr gelingen, würden beide Mannschaften zwar schlaggleich ins Ziel kommen – aufgrund des besseren Streichergebnisses würde jedoch Golf Club Würzburg den zweiten Platz belegen.

Anne nahm sich viel Zeit, besprach die Linie noch einmal mit Julien Froidenfond, setzte den Putter an – und lochte.

Der Jubel rund um das 18. Grün war riesig – allerdings noch mit einem vorsichtigen Blick Richtung letztem Flight. Wenige Augenblicke später stand endgültig fest: Die letzte Spielerin aus Thüringen spielte Par. Damit lagen beide Mannschaften schlaggleich, doch aufgrund des besseren Streichergebnisses ging der zweite Platz an Golf Club Würzburg. Es war der emotionale Schlusspunkt eines echten Mannschaftserfolgs, dessen Grundlage bereits Stunden zuvor durch die starken Runden von Emma Kanzler und Laura Lößlein gelegt worden war.

Mit diesem hart erkämpften zweiten Platz verteidigt der Golf Club Würzburg nicht nur die Tabellenführung, sondern reist am 19. Juli als Spitzenreiter zum Saisonfinale nach Lauterhofen. Die Ausgangslage ist denkbar einfach: Platziert sich Würzburg vor dem direkten Verfolger Rheintal, ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt.

Einzel-Ergebnisse Golf Club Würzburg

Emma Kanzler 78 +6
Laura Lößlein 80 +8
Emilia Holl 81 +9
Matilda Schwarz 84 +12
Anne Kaufmann 84 +12
Emma Stock 87 +15

Tabelle nach dem 4. Spieltag

Platz Mannschaft Punkte
1. Golf Club Würzburg 19
2. Golf Club Rheintal 17
3. Thüringer Golfclub 11
4. Golf Club Herzogenaurach 9
5. Golfclub Lauterhofen 4

Der fünfte und letzte Spieltag der DGL-Regionalliga findet am 19. Juli 2026 im Golfclub Lauterhofen statt.

Jim Stock
Captain Damenmannschaft