Der vierte Spieltag der Deutschen Golf Liga führte die 1. Herrenmannschaft des Golf Club Würzburg in den Golfclub Heddesheim Gut Neuzenhof – und stellte Spieler wie Betreuer vor eine Herausforderung, die weit über das rein Sportliche hinausging. Rekordtemperaturen von zeitweise über 40 Grad machten dieses Wochenende zu einer Prüfung, die ebenso viel über Charakter, Vorbereitung und Disziplin aussagte wie über das Spiel mit dem Schläger.
Vorausschauende Entscheidung: Vierer abgesagt
Angesichts der extremen Wetterlage wurden die Vierer – wie zuvor bereits beim aktuell famos aufspielenden Damenteam des Golf Club Würzburg – im Vorfeld abgesagt. Den Damen sei an dieser Stelle herzlich zu ihrem hervorragenden zweiten Platz gratuliert; ein Ergebnis, das die sportliche Breite und Qualität unseres Clubs einmal mehr eindrucksvoll unterstreicht.
Dass die Hitze nicht zu unterschätzen war, zeigte sich bereits am Samstag. Mehrere Mannschaften brachen ihre Proberunden nach neun Löchern ab – nicht zuletzt, weil keine Carts mehr verfügbar waren – und einzelne Spieler hatten gesundheitlich mit den Bedingungen zu kämpfen. Die Würzburger hingegen gingen bestens vorbereitet in den Spieltag: Dank früher Startzeit ließ sich die Proberunde souverän bewältigen. Im Anschluss folgte das Team konsequent den Vorgaben des DGV, die Zeit in der Sonne auf ein Minimum zu reduzieren und Energie zu sparen. Statt des ursprünglich geplanten Badesees – schlicht zu heiß – fiel die Wahl auf eine klimatisierte Indoor-Minigolfanlage. Eine pragmatische, im Sinne der Spielerfürsorge goldrichtige Entscheidung.
Sonntag: Golf in der Sauna
Am Sonntag gab es dann kein Entkommen vor der Hitze. Schon auf der Driving Range lief den Spielern der Schweiß in Strömen – Golf unter diesen Bedingungen verlangte nicht nur spielerische Klasse, sondern vor allem mentale und körperliche Widerstandsfähigkeit.
Umso höher ist einzuordnen, in welchem Zustand sich die gastgebende Anlage präsentierte: saftig grüne Fairways, hervorragende Grüns, die infolge der intensiven Bewässerung etwas langsamer rollten als gewohnt, dabei aber stets exzellent bespielbar blieben. Besondere Anerkennung verdient die Fürsorge des Gastgebers. Der Golfclub Heddesheim versorgte alle Akteure auf vorbildliche Weise – mit Getränkekühlschränken auf dem Platz, gekühlten Handtüchern und einer durchgängigen Aufmerksamkeit für das Wohl der Spieler, die ihresgleichen sucht.
Beste Auswärtsleistung der Saison
Die professionellen Rahmenbedingungen spiegelten sich unmittelbar in den Ergebnissen wider. Sämtliche gewertete Würzburger Runden lagen deutlich unter 80 Schlägen, die ersten fünf Wertungen waren nicht schlechter als Even Par. Zwischenzeitlich deutete vieles darauf hin, dass nahezu das gesamte Team unter Par würde abschließen können. Am Ende stand ein Gesamtergebnis von +4 in sieben gewerteten Runden zu Buche – rund einen halben Schlag über Par im Schnitt und damit die mit Abstand stärkste Auswärtsleistung der bisherigen Saison.
Angeführt wurde das Aufgebot von Tim Hillerbrand, der nach einem unglücklichen Bogey-Bogey-Start eine starke 70er-Runde (-2) ins Clubhaus brachte. Tizian Busch (-1) sowie Dietmar Bertelsmann, James Pearman und Sven Günter (jeweils Even Par) untermauerten die geschlossene Mannschaftsleistung eindrucksvoll. Florian Wachter und Raphael Hackober komplettierten das Aufgebot mit Ergebnissen von 74 und 77 Schlägen.
Einordnung in der Tabelle
Und dennoch: Für mehr als Rang vier reichte es auch an diesem Tag nicht – was weniger über die Würzburger Leistung aussagt als über das außergewöhnliche Niveau der Konkurrenz. Auf den dritten Platz fehlten erneut 17 Schläge. Diese Zahl ist kein Ausdruck eigener Schwäche, sondern Beleg für die schlichte Klasse der Spitzenteams: Viermal wurde an diesem Spieltag eine 64 (-8) gespielt, zweimal eine 65 (-7), dazu eine 66 (-6). Der Golf-Club Neuhof belegte mit -13 Rang drei, der Golfclub Mannheim-Viernheim mit -15 Rang zwei, und Gastgeber Heddesheim sicherte sich mit -25 in sieben Wertungen – knapp dreieinhalb Schläge unter Par im Schnitt – souverän den Sieg.
Aus Sicht der Mannschaftsführung überwiegt gleichwohl der Stolz. Das am Vorabend ausgegebene Tagesziel von weniger als zehn Schlägen über Par wurde deutlich unterboten. Mit zwölf Schlägen Vorsprung auf den Golfclub Dresden Ullersdorf sicherte sich die Mannschaft Rang vier – ein weiteres Zeichen dafür, dass der Golf Club Würzburg das sportliche Format für diese Liga im Grunde besitzt. Dass die drei Teams Heddesheim, Mannheim und Neuhof aktuell schlicht eine Klasse für sich darstellen, schmälert diese Erkenntnis nicht.
Ein besonderer Dank
Ausdrücklicher Dank gebührt Nicolai Kutz, der am Sonntag eigens anreiste und das Team tatkräftig unterstützte. Mit seiner ruhigen, gelassenen Art am Bag von Tim Hillerbrand trug er maßgeblich dazu bei, dass dieser nach dem schwierigen Auftakt seine Runde noch in eine 70 verwandeln konnte. Ein Beleg dafür, dass herausragende Leistungen selten das Werk Einzelner sind.
Der Dank gilt darüber hinaus – wie stets – dem Golf Club Würzburg, unseren Sponsoren Mercedes-Benz Emil Frey Mainfranken, krick.com und Powerspine sowie dem gastgebenden Golfclub Heddesheim für ein in jeder Hinsicht professionell ausgerichtetes Wochenende.
Saison-Highlight: Heimspiel in drei Wochen
Und nun richtet sich der Blick auf den Höhepunkt der Saison: Am 19. Juli 2026 steigt unser Heimspiel in Würzburg – und es verspricht, ein ganz besonderer Spieltag zu werden. Hochklassiges Golf ist garantiert, und auch sportlich steht alles auf der Kippe: Mannheim und Heddesheim gehen punktgleich in den finalen Spieltag, und nur eines der beiden Teams wird in Würzburg das Ticket für das Aufstiegsspiel lösen – wo es aller Voraussicht nach gegen unsere Nachbarn aus dem Reichswald gehen dürfte.
Wir freuen uns auf einen mitreißenden Spieltag, packenden Wettkampf an der Spitze der Liga – und auf zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer, die unsere Mannschaft auf heimischem Geläuf lautstark unterstützen.
Tim Hillerbrand
Co-Captain 1. Herrenmannschaft









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